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LiB Heft 144: “Von der Würde des Menschen” – ein Ökokrimi von Max Schönmüller – Eine Rezension von Klaus Hübner

Geschrieben von an 06/09/2021

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LiB Jg. 36, Heft 144

LiB Heft 144: “Von der Würde des Menschen” – ein Ökokrimi von Max Schönmüller – Eine Rezension von Klaus Hübner

SAID erzählt von der Würde des Menschen, von seinen Niederlagen und seinen Versuchen, sich selbst nicht zu verlieren, auch da, wo er fremd ist oder fremd geworden ist oder sich in Illusionen verstrickt. Die 20 Geschichten des iranischen Dichters deutscher Sprache sind knapp, dicht, poetisch und voller Spannung zugleich. Außenseitertum, Verfolgung, Verrat, Flucht, Erinnerungen an Orte der Herkunft, Gerüche, Farben, Geräuscher der Straße, das Herz möchte zurück, der Verstand weiß, es ist unmöglich (SAID in einem Interview im DLF). Da ist zum Beispiel Vera, die bei ihrer Ausreise aus Bulgarien in den Westen mit einer wildfremden Person im Zug euphorisch auf „die Freiheit“ anstößt – gleichzeitig ringt die Künstlerin um Fassung, weil sie keines ihrer Gemälde mitnehmen durfte und weil sie von ihrem Geliebten, einem Regierungsspitzel, verraten wurde. Was die Einsamkeit durchbricht, sind kurze Momente der Berührung, der Hilfe, der Solidarität, auch der Liebe. SAIDs Erzählungen lassen nicht kalt, sie zwingen zur Imagination von Situationen und Menschen.

Hübner, Publizist, Literaturkritiker und Redakteur. Geboren 1953 in Landshut. Lebt in München.Studium der Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft in Erlangen und München. 1980 Promotion zum Dr. phil., 1981–1983 DAAD-Lektor in Bilbao (Spanien). 1984–2016 Redakteur der monatlich erscheinenden Zeitschrift
Fachdienst Germanistik. Lektorats- und PR-Tätigkeit beim iudicium verlag, Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur und Deutsch als Fremdsprache an der Universität München, Dozent für Colleges und Sprachschulen, Schriftsteller-Seminare mit dem Goethe-Institut, Mitarbeit an Literaturlexika und literaturwissenschaftlichen Publikationen, Publizist und Literaturkritiker mit regelmäßiger Mitarbeit an zahlreichen Zeitungen, Zeitschriften und Online-Publikationen. Sekretariat des Adelbert-von-Chamisso-Preises der Robert Bosch Stiftung (2003–2017). Redaktionsmitglied der Zeitschrift Literatur in Bayern (seit 2012). Arbeitet seit 2017 am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Universität München in der Redaktion der Zeitschrift Spiegelungen; Koordinator des Spiegelungen-Preises 2017, Jurymitglied beim Spiegelungen-Preis 2020.

 

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