R. R. Glöckler liest aus “Ein roter Straßenkreuzer” und spricht mit Uwe Kullnick über das Buch und seine Arbeit – Hörbahn on Stage

PIXEL - im Gasteig [81667 München (S-Bahnen Rosenheimer Platz)]

Event Info
Datum: Donnerstag,12.10.2023
Zeit: 18:00
Standort: PIXEL - im Gasteig
Adresse: Rosenheimer Str. 5, 81667 München 81667 München (S-Bahnen Rosenheimer Platz)
Telefon: 0049(0)1722823079
Details
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Wo findet diese Aufzeichnung von Hörbahn on Stage statt und wer ist der nächste Gast?

Eintritt frei. Bitte melden Sie sich an. kontakt@literaturradiohoerbahn.com  Man kann aber auch spontan kommen. 

R. R. Glöckler liest aus “Ein roter Straßenkreuzer” und spricht mit Uwe Kullnick über das Buch und seine Arbeit – Hörbahn on Stage

Ralph Roger Glöckler, Jahrgang 1950, lebt in Frankfurt am Main. Germanistik-, Romanistik- und Völkerkundestudium in Tübingen, wo er Mitherausgeber der Zeitschrift EXEMPLA war. Nach dem Studium, das er mit einer Magisterarbeit über die expressionistische Lyrik von Anton Schnack abschloss, lebte Glöckler viele Jahre in Lissabon, eine Stadt, die er im Werk von Fernando Pessoa, vor allem in den Gedichten seines Heteronyms Álvaro de Campos, als Sehnsuchtsort für sich entdeckte. Ein Zyklus aus Glöcklers Gedichtbuch DAS GESICHT ABLEGEN (2001) ist Fernando Pessoa gewidmet. In den 1990iger Jahren begann auch die Stadt New York eine Rolle zu spielen, deren Energie eine Art kreativen Gegenpols zur portugiesischen Hauptstadt bildet. Hier ist Glöckler u. a. den Lebensspuren von Charles Ives und Henry Cowell gefolgt, deren Freundschaft Thema eines Romans geworden ist.

Das Motiv der Reise, auch im übertragenen Sinn, ist von Anfang an in seinem Werk zu finden, sowohl in den Gedichten als auch den literarischen Reise-Erzählungen. Die Suche nach dem Ich und seiner eigenen Sprache klingt in der Begegnung mit dem Fremden, Unbekannten, oft auch Beängstigenden an. So sind der frühe Roman REISE INS LICHT (1984), die Reisebücher PORTUGAL FÜR KENNER (1980/1989), CORVO. EINE AZOREN-UTOPIE (2005), VULKANISCHE REISE. EINE AZOREN-SAGA (1997/2008) auch als Werke des Unterwegsseins zu Menschenschicksalen zu lesen.

Die Erzählung MADRE (2007) über die azoreanische Nonne Teresa da Anunciada, 1658 —1738, Gründerin des Kultes um die Büste des >Senhor Santo Cristo<, dritter Teil der AZOREN-TRILOGIE, sprengt als innerer Monolog der Sterbenden Glöcklers bisherige Formen. Erzählungen, die davor entstanden sind, versuchen, seelische Abgründe zu erforschen, und sollen im Jahr 2016 als Buch erscheinen, stilistische Wegbereiter von MADRE und darnach entstandener Werke.

Der Roman MR. IVES UND DIE VETTERN VIERTEN GRADES (2012) berichtet in vier verschiedenen, nie abgeschickten Briefen von der Freundschaft der ikonoklastischen amerikanischen Komponisten Charles Ives (1874-1954) und Henry Cowell (1897-1965) und geht der Frage nach, ob und wenn, warum Ives seinen Förderer Cowell nach dessen Verhaftung wegen eines Sittendeliktes fallen ließ: nicht nur eine Analyse gesellschaftlicher Vorurteile, sondern auch der Versuch, Musik in Sprache zu übersetzen. Dieser Roman nimmt das Thema der Erzählung DIE KALTE STADT (1987) auf, nämlich des gesellschaftlichen Umgangs mit Homosexualität.

Der Roman TAMAR (2014), der auf dem 2. Buch Samuel, Kapitel 11-19, beruht, erzählt die Geschichte von König David und seinen Kindern als heutiges Familiendrama. Es sind Einblicke in seelische Gratwanderungen, die Glöckler zunehmend faszinieren, sowie die Herausforderung, Sprache komplex und vielstimmig zu gestalten, speist sich menschliches Verhalten doch aus vielen, oft vergessenen, wenig bewussten Quellen, die Wort werden wollen.

Die in Die männliche Unreife des Todes (2016) veröffentlichten Novellen beschreiben das Schicksal verwundeter Seelen, deren Suche nach Glück in vermintem Gelände. Der Roman Rückkehr ins Dorf (2019) ist das Tagebuch eines Mannes, der nicht mehr unterscheiden kann, ob er gewisse Morde wirklich begangen hat oder nicht. Wahn oder Wirklichkeit.

Der szenische Text TOBIT – Sieben Bilder nach dem gleichnamigen apokryphen Buch (2013-15) setzt sich mit religiöser Wagenburgmentalität auseinander, und bürstet das biblische Buch dabei ziemlich gegen den Strich. Der Komponist Stephan Peiffer hat den Text für Solisten, Chor und Kammerorchester zu einem Oratorium vertont. Das Werk erlebte seine sehr erfolgreiche Uraufführung.

Das Literatur Radio Hörbahn lädt zur Radio-Aufzeichnung ein. Es kostet keinen Eintritt und die Zuschauer kommen wie in unser Tonstudio und sind einfach bei der Aufnahme dabei.

Eine Voranmeldung als Zuschauer ist wegen der beschränkten Platzanzahl ratsam aber nicht unbedingt notwendig. kontakt@literaturradiohoerbahn.com

Wann? Jede Woche, am Mittwoch in Schwabing oder am Donnerstag im Pixel

Start? Beginn um 18 Uhr

Ort?
Pixel im alten Gasteig und
Bayerische Einigung in Schwabing, Georgenstr. 63. (Bitte achten Sie auf die Angaben auf dieser Webseite.

Wir freuen uns auf Sie.

 

 

 

 


 

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