Lyrik: “Im Auge lacht der Augenblick” Lyrik von Amadé Esperer – gelesen von Uwe Kullnick

Geschrieben von an 09/05/2021

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Lyrik: “Im Auge lacht der Augenblick” Lyrik von Amadé Esperer – gelesen von Uwe Kullnick

Dieser Band ist voller kurzer Geschichten, voller Kürzestgeschichten. Der Reiz der Kürzestgeschichte liegt in ihrer Zeitgemäßheit: Kurz, kürzer, Kürzestgeschichte. Follíen – Kürzestgeschichten die sich wie toll um ein Thema, ein Wirrwort, eine Redensart drehen und drehen und … so weiter und so fort. ProsaFatrasien – endgereimte Gedichte aus genau elf Versen, vollgestopft mit oft derben, auf jeden Fall widersinnigen Absurditäten.

Es ist eine Mischung aus lyrischen Gedichten und Prosagedichten. Die Thematik reich vom Liebesgedicht über Historisch-Philosophisches bis zum poetologischen Gedicht; der Ton reicht von ernst über heiter bis witzig und scherzohaft.

Die (meisten)* der gelesenen Gedichte stammen aus den beiden folgenden Bänden:

1) Die Bewohnbarkeit des Mondlichts (Königshausen & Neumann, 2019),
2) Im Auge lacht der Augenblick (Weiß Verlag, Bamberg 2020) die im Buchhandel erhältlich sind.
* einige wenige Gedichte werden erst Ende des Jahres in dem Band “Die Gärten, die Nacht und du” erscheinen.

 

In seinen Gedichten spürt Amadé Esperer dem Geheimnis des Alltäglichen nach. Er entdeckt dabei die Magie scheinbar unwichtiger Details und kann in dem unscheinbarsten En-passant-Ereignis so etwas wie eine existenzielle Epiphanie finden. Andererseits verliert er nie den Problemhorizont unserer Zeit aus den Augen, versucht die Schatten der Vergangenheit in neuem Licht zu deuten und ein Bollwerk gegen das in die Sprache hineinlärmende Hintergrundrauschen der durchtechnisierten Welt zu errichten. Dabei kommt der Bewohnbarkeit des Mondlichts eine poetische Schlüsselrolle zu. Stilistisch beherrscht der Dichter ein breites Spektrum lyrischer Formen, das von altgriechischen Oden über Sonett, Terza-rima- und Liedformen bis hin zur zeitgenössischen freirhythmischen Verskunst reicht.

Amadé Esperer ist ein vielfach ausgezeichneter, vielsprachiger Autor; er studierte Sprachen, Linguistik, Philosophie und Humanmedizin. Er war lange Jahre als Hochschullehrer u.a. in den USA (Harvard-MIT) tätig. Seit einiger Zeit lebt er in Würzburg als Lyriker, Lyrikübersetzer, Herausgeber und Moderator der offenen Textwerkstatt des AKWürzburg. 2018 rief er die Jehuda Amichai gewidmete „Würzburger Amichai-Lesung“ ins Leben, die seither unter seiner Leitung unter dem Patronat der Stadt Würzburg stattfindet. 2019 gründete er die multilinguale Literatur- und Kunstzeitschrift ARIEL und das e_zineARIEL-ART (www.ariel-art.com, www.instagram.com/arielart2020/). Sein veröffentlichtes Oeuvre umfasst Lyrik, avantgardistische Prosa (Mikro- u. Flash-Fiction), literarische Essays und Lyrikübersetzungen aus dem Englischen, Hebräischen, Italienischen und Französischen. Zuletzt erschienen von ihm die Lyrikbände Die Bewohnbarkeit des Mondlichts (K&N, Würzburg 2019) und Still. Leben. Liebesgedichte für Maria (Kranach Freipresse, 2020) und der Flash Fiction-Band Im Auge lacht der Augenblick (Weiß Verlag,2020). Außerdem erschienen als Lyrik-Übersetzungen die Anthologien Jehuda Amichai. Gedichte (Königshausen & Neumann, 2018), Zwischen Würzburg und Jerusalem (Echter, 2018) sowie das Dossier Jehuda Amichai und die zeitgenössische Lyrik Israels (Poetin 27, Poetenladen, Leipzig 2019) und der Band Es sei denn regenbogenwärts mit den kommentierten Gedichten von Max Mohr (Spurbuch Verlag, 2020). Zurzeit arbeitet er an einem, vom DÜF mit einem Arbeitsstipendium geförderten, hebräischen Lyrikprojekt.

Sprecher, Redaktion, Realisation

 


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