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Literarische Abenteuer – Wo nur Vernichtung alle Hoffnung bestraft. Ava Farmehri: „Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen“ eine Rezension von Sandra Falke

Geschrieben von an Donnerstag,07.10.2021

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Literarische Abenteuer – Wo nur Vernichtung alle Hoffnung bestraft. Ava Farmehri: „Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen“ eine Rezension von Sandra Falke

Kanadisch-iranische Autorin Ava Farmehri reißt Leser:innen mit ihrem neuen Roman in ein stilistisches Fegefeuer von ungewöhnlichster Beschaffenheit. Wie fühlt es sich an, in einem iranischen Gefängnis auf die Todesstrafe zuzugehen – und welche Familienmitglieder hat die blutjunge Protagonistin wirklich auf dem Gewissen? Bereits der Unheil verkündende Titel „Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen“, der in der Originalsprache noch um einiges gelungener ist (Through The Sad Wood Our Corpses Will Hang), deutet auf eine finstere Lektüre hin.

Der erste Satz – “Sie werden mich töten” – verdeutlicht diesen Eindruck nur.
Teheran, 1999. Sheyda sitzt im Gefängnis und wartet auf die Todesstrafe – sie habe ihre Mutter getötet.

Das Buch ist stilistisch ebenso ungewöhnlich wie seine Heldin – die Erzählung erinnerte mich vom Ton her an „Die Metaphysik der Röhren“ von Amélie Nothomb, und für eine kurze Zeit klang die schelmisch-dämonische Stimme von Oskar Matzerath aus den Zeilen heraus. Denn dass es sich um eine Antagonistin handelt, wird Leser:innen zu Beginn des Romans mehr als überzeugend vermittelt.

 

Ava Farmer lebt in Kanada. Sie ist im Nahen Osten aufgewachsen, umgeben von Büchern, Katzen und Krieg. Sie liebt Bücher. Sie liebt Katzen. Sie hasst Krieg. Sie hasst Krieg leidenschaftlich. Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen ist ihr erster veröffentlichter Roman. Sie schreibt unter Pseudonym.

Sonja Finck, geboren 1978 in Moers, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf. Inzwischen lebt sie als literarische Übersetzerin in Berlin und Gatineau (Kanada). 2019 wurde sie mit dem Eugen-Helmlé-Preis ausgezeichnet.

 

Sandra Falke studierte Germanistik und Religionswissenschaften an der Universität Tartu in Estland und neuere deutsche Literatur an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn. Auf literarische Abenteuer begab Falke sich bereits im sechsten Lebensjahr in ihrem ersten Lesetagebuch. Aus kurzgefassten handschriftlichen Notizen im linierten Schulheft sind parallel zum Bachelor-, Master- und Promotionsstudium diverse Online-Formate erwachsen. Seit 2019 werden auf sandrafalke.com wöchentlich Rezensionen und Essays zu Klassikern, Sachbüchern und Neuerscheinungen der Weltliteratur veröffentlicht. Derzeit lebt Falke in Brandenburg, schreibt Kurzgeschichten und setzt sich für die kritische Reflexion literarischer Inhalte auf diversen virtuellen Plattformen ein.

Wenn dir Rezensionen gefallen, hör doch mal hier hinein.

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